Random Encounters: Rinse and Repeat

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Die Kunst des Wartens ist eine allmählich aussterbende. Immer seltener stehen wir, bedingt durch die ständige Verfügbarkeit von Unterhaltungsmedien, durch ÖPNV- und Dating-Apps, vor der Alternativlosigkeit des Ausharrens, des Sehnens, der vermeintlichen Stagnation. Alles ist auf Abruf bereit, eine schier unendliche Auswahl von Spielen und Spielgefährt_innen, vor allem dem Internet sei’s gedankt.

Mit Rinse and Repeat versucht Robert Yang, dem etwas entgegenzusetzen. Denn die homoerotische Duschsimulation folgt einem Zeitplan und nur jene, die sich danach richten, werden in den Genuss einer intimen Begegnung kommen: Mit einem sonnenbebrillten Hünen, der stets nach dem Sport lässig in den Umkleidebereich schlendert, um dort nonchalant um Hilfe bei der Körperpflege zu bitten. Trifft man indes zu spät ein, wird der Angebetete entweder durch Abwesenheit glänzen oder empört fragen, wo man denn geblieben sei, um danach prompt zu verschwinden.

Nur, wenn man am richtigen Tag zur richtigen Zeit bereits sehnlich lauernd in der Dusche steht, darf man dem Muskelprotz mal den Rücken, mal die Achseln und mal den Hintern schrubben, während er den Prozess kommentiert und abschließend mit einer Prozentwertung resümiert. Wäscht man zu zögerlich oder zu hektisch, verlässt man das markierte Areal auf dem Körper oder tut gar nichts, reagiert der Duschpartner entsprechend grantig – folgt man seinen Wünschen genau, seufzt er hingegen zufrieden und bittet darum, fortzufahren. Das kann man jedoch nicht konsequent bis zum ersehnten Höhepunkt. Stattdessen bedankt sich der frisch Geduschte nach einer Weile und verweist auf eine mögliche, nächste Begegnung, die man wiederum herbeiführen oder vielmehr abwarten muss.

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