Random Encounters: Cibele

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Im Alter von 13 Jahren entdeckte ich das Internet. Bald wurde ich ein aktives Mitglied in diversen Foren und knüpfte enge Kontakte mit anderen Menschen, die sich hinter Avataren verbargen – darunter Freundschaften wie auch erste Beziehungen. Was heute – wenngleich eher durch Facebook und Dating-Apps – durchaus geläufig ist, war damals allerdings noch ein Kuriosum. Konnte man auf die Frage, wie man sich denn kennengelernt habe, nicht nonchalant mit „auf der Sonnenbank“ oder „an der Fleischteheke“ antworten, sondern nur leise flüsternd und leicht errötend mit „im Internet“, landete man ganz schnell auf dem sozialen Abstellgleis.

Schlimmer noch erwischte es nur jene bedauernswerten Nerds, die zögerlich einräumen mussten, ihre Gefühle füreinander in einem MMORPG entdeckt zu haben. Dabei erwiesen sich gerade Online-Rollenspiele oft als idealer Nährboden für Zuneigung und Intimität, bedingt sowohl durch die gemeinsam erlebte Außenseiterrolle als auch geteilte Vorlieben, für die man im Dorfalltag die Massen nur schwer begeistern konnte. Diese Erfahrung hat auch Nina Freeman gemacht, wie sie in Cibele schildert.

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